13.10.2007
55er
Ausflug auf die
Schwäbische Alb

Bilder
hier
Bericht von Christina

23 Schuler  wollten mit „in die weite Welt“ und hatten sich zum Ausflug angemeldet, leider mussten Frieder und Erwin kurzfristig absagen – sie wurden in ihren Betrieben gebraucht. Schade für sie und die anderen, die von vornherein nicht zusagen konnten oder wollten. Aber Irmtraud konnte es möglich machen und ist extra aus München angereist. Mariannes An`fahrts´(gangs)weg dagegen war extrem kurz. Herbert musste erstmals ohne seinen Zwillingsbruder mitfahren. Lieber Reinhard auf diesem Wege: Gute Besserung.

Anita kam erst am Tage zuvor aus dem Urlaub zurück, sie ließ ihre Koffer Koffer sein und war dabei!

Nachdem sich  beim letzten Ausflug Hasenbratensoße in meinem Auto selbständig gemacht hatte, war es diesmal der Kaffee der in Brigittes Auto Schwimmversuche unternahm. Wir fuhren deshalb etwas verspätet ab. Unser Fahrer Willi Kling brachte uns sicher, aber „dank“ Stau auf der Autobahn, mit einer ¾ Stunde Verspätung zum Schloss Lichtenstein. Gut dass Jürgen für ein „Frühstückchen“ gesorgt hatte. Im Schloss erwartete uns einer „Leiermann“ – sorry – aber der Vortrag unseres Führers hörte sich so an, kein Wunder dass wir Mädels deshalb von Hartmut wegen unseres „Gegackeres“ gerügt werden mussten.  Neu für mich war, dass zuerst der Roman über die Burg entstand und dann erst die Burg gebaut wurde. Na denn.

In einer etwa 30-minütigen Führung konnten wir im Erdgeschoß die Waffenhalle mit mittelalterlichen Rüstungen und Waffen, die Schlosskapelle mit wertvollen Glasmalereien aus dem 15. und 16. Jahrhundert, spätmittelalterliche Gemälde, wie „Der Tod Marias" vom Meister von Lichtenstein, „Verkündigung der Maria" und „Geburt Christi" von Michael Wohlgemut einem Lehrer Albrecht Dürers, sowie die behagliche Trinkstube mit reichhaltiger Vertäfelung, Wandmalereien mit Jagdszenen und vielen Sinn- und Trinksprüchen besichtigen.

Im 1.Obergeschoss sahen wir das reich bemalte Königszimmer. Es ist nach Heideloffs Plänen als Ahnensaal ausgestattet worden.
Das Wappenzimmer beherbergt Bilder alter Meister. Das Erkerzimmer mit mittelalterlichen Möbeln, darunter ein schön geschnitztes Nähtischchen. Von hier aus betraten wir den größten wie auch schönsten Raum, den Rittersaal. Die Wände mit Holz getäfelt, Decke und Fensterleibungen sind ungemein reich und wirkungsvoll ausgemalt. Einige Bilder des berühmten Portraitmalers Stirnbrand, darunter das lebensgroße Bild des Erbauers, schmücken die Wände.
Im Treppenhaus des Schlosses konnten wir den berühmten "Schützen vom Lichtenstein" bewundern.
Im 2. und 3. Obergeschoß des Schlosses befinden sich die Privatgemächer des Grafen Wilhelm von Württemberg. Sie wurden 1997 - 1999 baulich wieder instand gesetzt und restauriert. Diese Räume durften wir leider nicht besichtigen.
 

       
Schloss Lichtenstein

Ein ansehnliches, ritterliches Geschlecht, welches sich bis ins 17. Jahrhundert fortgepflanzt hat, waren die Ritter von Lichtenstein, deren Stammburg sich oberhalb Honau unmittelbar über den Quellen der Echaz auf der Stelle des "alten Lichtensteins" erhob. Die Herren von Lichtenstein (der Letzte Lichtensteiner fiel 1687 im Kampf gegen die Türken), denen neben ihrem stattlichen Stammsitz Güter und Rechte in Honau, Ober- und Unterhausen, Holzelfingen und Kleinengstingen gehörten. Im Verlauf der Städtekriege haben sich die Lichtensteiner verschiedentlich die Rache der Reutlinger zugezogen und letztere haben sich der Burg bemächtigt und dieselbe 1377 zerstört. Die Burg wurde nicht wieder aufgebaut, denn von der Herrschaft Württembergs ist eine andere Burg Lichtenstein erbaut worden und zwar nicht auf dem Platz der alten Burg, sondern in der Entfernung einer viertel Stunde, auf einem von der Albwand abgerissenen Felskegel derselben Felskante. Die um 1390 entstandene Burg galt als eine der festesten des Mittelalters und widerstand allen Angriffen. Sie verlor jedoch im Jahr 1567 ihren Rang als Herzogsitz und verfiel. Im Jahre 1802 wurde sie bis auf die Grundmauern abgetragen und durch ein einfaches Forst- und Jagdschlösschen ersetzt. 1837 erwarb Wilhelm Graf v. Württemberg, von seinem Vetter dem König Wilhelm v. Württemberg, das Forstschlösschen und den angrenzenden Besitz: Angeregt durch den Roman "Lichtenstein" von Wilhelm Hauff, entstand 1840-42 nach Plänen des Architekten Heideloff und den Ideen des Erbauers Graf Wilhelm eine deutsche Ritterburg im Stil des Mittelalters. Der Neubau bezog die Mauern der alten Burg bis zum zweiten Stockwerk mit ein. Nebengebäude, der Burghof und eine Ringmauer mit bastionsartigen Türmen vervollständigten die Burganlage. Die Ausführungen der dekorativen Verzierungen und Wandmalereien in den Innenräumen des Schlosses übernahm Maler Eberlein aus Nürnberg. Die schaffende, belebende Seele des ganzen aber war; wie zeitgenössische Berichte vermelden, „der erlauchte Bauherr mit seinen genialen Ideen stets selbst". Mit besonderer Liebe und seinem Verständnis für Kunst und Heimat (Graf Wilhelm war 1. Vorsitzender des Württ. Altertumsvereins) wurden die Räume des Schlosses ausgestattet. Schloss Lichtenstein, die romantische Ritterburg im neugotischen Stil, wurde 1842 in Anwesenheit des Königs eingeweiht. 1929 Gründung der Gesellschaft bürgerlichen Rechtes der Familie Dr. Wilhelm Herzog von Urach Graf von Württemberg" aufgrund Ablehnung des angestrebten Fideikomiss durch das Fideikomissgericht. Ab 1980 Anfang der Restaurationsarbeiten an der Außenseite und Turm und Dach im Laufe der weiteren Jahre bis 1998 Arbeiten am ersten Stock und wichtigen anderen kunsthistorischen wichtigen Gebäudlichkeiten und Gegenständen. Ab 1998 Restaurierung des zweiten und dritten Stock, gefördert durch die Wüstenrotstiftung und die Fördergemeinschaft zur Erhaltung des Schlosses Lichtenstein e.V.

    

Danach fuhren wir weiter nach Bad Urach. Inmitten des wunderschönen Maisentals am Stadtrand von Bad Urach stärkten wir uns bei einem Picknick. Es gab Bauernbratwürste, Käse, Eier, Tomaten, Trauben und Bauernbrot und endlich - endlich gab es auch Kaffee, Wasser, Säfte und „Etwas“ zur Verdauung.

Und dann ging unsere Wanderung los. In der Einladung hatte ich versprochen, dass der Weg auch von Fußkranken zu bewältigen sei, das galt auch für den ersten Teil der Strecke. Der Fußweg entlang des Maisentals, er folgt dem sich durch das Tal schlängelnden Brühlbaches, ist nahezu eben; aber dann -  sorry, ich hatte mich geirrt. So blieben sechs Schuler zurück - sie hatten Rücken-, Hüft- oder Knieprobleme oder wollten ihre Pumpe schonen. Hoffentlich bessert sich ihre Gesundheit wieder, sonst können wir beim nächsten Ausflug maximal in den Wildbader Kurpark.

 Die restlichen „15 Aufrechten“ gingen tapfer treppauf, treppauf, treppauf, bergauf. Renate und Gerhard schafften es Hand in Hand; auf unsere Jungs ist eben Verlass!! Rose – in der Freibadsaison begeisterte Schwimmerin,  konnte dank der beim Bahnenschwimmen angeeigneten Kondition nach dem etwas anstrengenden Treppenaufstieg zusammen mit Gerlinde und Birgit als erste das Plateau oberhalb des Wasserfalls betreten. Übrigens schön dass Gerlinde die schon lange nicht mehr bei unseren Treffen und Ausflügen dabei war, sich dieses mal wieder angemeldet hatte  – oder?

Harald machte uns zwar ganz schön Dampf , musste aber einsehen, dass wir  - altershalber?- nicht so schnell waren und so haben wir die Burgruine „Hohen Urach“ nicht mehr besichtigt, sondern eine Abkürzung Richtung Tal genommen. Jetzt übernahm Wiltrud in ihren roten Spezialwander-Slippern gemeinsam mit Charlotte die Führung. Warum wohl? Nun, sie erkämpften sich hierdurch die Zeit für ‚eine letzte Zigarette (vor der Abfahrt nach Hohenstein-Ödenwaldstetten) im Steh`n!’

      

Uracher Wasserfall

Inmitten des wunderschönen Maisentals am Stadtrand von Bad Urach befindet sich der Uracher Wasserfall, der wohl schönste Wasserfall der Schwäbischen Alb. Die Karstquelle stürzt hier aus 37 m Höhe im freien Fall in die Tiefe und läuft dann noch weitere gut 50 m über ein steil abfallendes, bemoostes Kalktuffpolster hinab ins Tal.

Über einen gut ausgebauten Stufenweg am Fuße des Falls können Sie hier weiter bis auf die Hochwiese aufsteigen. Dort befindet sich die von April bis Mitte Oktober bewirtschaftete Wasserfallhütte.

Die Quelle entspringt in einer Höhe von 623 m etwa 4 km von Würtingen entfernt. In der Umgebung Würtingens sickert Regenwasser durch die kalkhaltigen Gesteinsschichten. Dabei nimmt das kohlensäurehaltige Wasser Kalk auf und sammelt sich auf der darunter liegenden wasserundurchlässigen Mergelschicht. Als Karstquelle tritt es ungefähr 28 Stunden nach seiner Versickerung auf einer Hochwiese der Albhochfläche zu Tage und bildet schon wenige Meter weiter den Wasserfall.

Die Wasserausschüttung der Quelle variiert abhängig von Wetter und Jahreszeit von ca 70 l/s, beispielsweise im Hochsommer, bis zu 420 l/s bei starken Regenfällen oder während der Schneeschmelze.

Beim Austritt der Quelle wird der Kalk wieder abgeschieden. Ein zerklüftetes Kalktuff-Plateau umgibt die Quelle. Die Rinne des Baches kurz vor der Absturzstelle des Wasserfalls entstand nicht durch Abtragung, sondern durch Ablagerung, bei jedem Überschwappen des Baches setzt sich Kalk am Rande ab. In der Mitte des fließenden Wassers ausgefällter Kalk wird dagegen von der Strömung mitgenommen und bildet unterhalb des Wasserfalls die Tuffstufen.

Durch die beim Auftreffen des Wassers auf die Kalkstufen entstehende Gischt verteilen sich feine kalkhaltige Wassertröpfchen auch auf Blätter, Moos, Baumstämme, Steine und anderes in der Umgebung des Wasserfalls und überziehen diese so mit einer Kalkschicht.

An der Absturzstelle des Wasserfalles bildet sich durch den dort abgelagerten Kalk ein über den Rand der Hochfläche hinausragender Tuffsteinvorsprung, der immer weiter anwächst. Durch ihr Eigengewicht bricht diese Tuffnase von Zeit zu Zeit ab und stürzt in die Tiefe.

Ursprünglich floss das Wasser in mehreren Fällen ins Tal. Durch die Zusammenführung zum heutigen einzelnen Wasserfall veränderte sich dessen Erscheinungsbild grundlegend.

Die Nutzung der Kalkterrasse des Uracher Wasserfalls als Steinbruch zur Gewinnung von Baumaterial wurde eingestellt. Der Tuff wurde unter anderem für den Bau der Uracher Amanduskirche verwendet.

      
Dank Haralds dauernden Blicken zur Uhr kamen wir überpünktlich in Speidels’s Brauerei’le in Ödenwaldstetten an. Einer der Chefs – ein begnadeter Redner - erklärte uns das Brauen und den Unterschied von Bier und Drogen wie z.B. Wein, Whiskey, Sekt, Prosecco und ähnlichem. Er erklärte uns auch, dass seine Bedienungen Gäste, die Cola- oder Bananenbier ordern, ihm zu melden hätten – und diese nach einem Gespräch mit ihm meist von dieser Bestellung anschließend Abstand nähmen. Wir glaubten ihm aufs Wort, es ist nicht gut sich mit ihm anzulegen. Selbst Uschi – eine notorische Nichtbiertrinkerin – folgte seinem Prost und nippte an ihrem Glas. Übrigens, auf seine Frage nach dem durchschnittlichen Bierkonsum in Deutschland schätzte Günter W. auf 20 l pro Person - Harald auf 2000 l – damit lagen beide jeweils eine Null daneben. Ganz schön provokant von beiden – sie mussten dies auch mehrfach während des Vortrags „büßen“.

 So gut der eine der Brüder die Brauerei und das Hotel vermarktet, so gut wurden wir von dessen Bruder kulinarisch verwöhnt. Harald hatte unsere Speisenwünsche bereits vorgeordert und so ging es Schlag auf Schlag. Ich denke wir waren alle mit unserer jeweiligen Wahl zufrieden, da auch Sonderwünsche von der Küche erfüllt wurden. Günter G. wollte einen Schweizer Wurstsalat aber ohne Käse?!?! (Zur Erklärung: Die Wirtin hat die Bestellung sofort richtig aufgefasst. Günter wollte keinen schwäbischen Wurstsalat mit Schwarzwurst also hat er einen Schweizer Wurstsalat (ist nur mit Schinkenwurst) bestellt aber ohne Käse.
Wolfgang W. meinte, dass zu einem richtig Tellerschnitzel auch echte schwäbische Spätzle gehören – also hat er das dann auch so bestellt. Soße wurde dann auch extra nachgeordert. Weil „Spätzle müsse schwimme“!

Gut gestärkt traten wir pünktlich die Heimreise an. Es war ein schöner Tag mit guten Gesprächen bei gutem Wetter. Schön für die Schuler die Zeit und Lust hatten mitzufahren. Schade für die Anderen.

Übrigens: Wolfgang G. und Harald haben den ganzen Tag mit ihren Kameras festgehalten, ich freue mich jetzt  schon auf  das Ergebnis.

Fazit: Es war nicht nur ein Klassentreffen sondern auch ein klasse Treffen!!

Grüßle

Eure Chris